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Retail Store - Digitalisierung des Handels

Die Digitalisierung des Handels

Living Lookbook und digitale Showrooms, das sind die neuen Programme der großen Fashion-Retailer um für Kunden immer neue Markenerlebnisse zu schaffen.

Jüngst hat die Clinton Group, bekannt durch das Herrenlabel „Camp David“, für seine Damenlinie „Soccx“ ein Living Lookbook veröffentlicht. Auf innovative Art und Weise wird dort die aktuelle Damenkollektion anhand von kleinen aufeinander aufbauenden Video-Clips präsentiert. Dabei hat der Kunde die Möglichkeit sich die Kollektion in Bewegung anzuschauen und dabei zwischen den Clips zu navigieren. Durch einen Klick auf das Kleidungsstück werden Details sowie der Preis angezeigt. Einige Artikel kann man auf Wunsch direkt online oder in der nächst gelegenen Filiale kaufen, dank des Store Locators der sich via Overlay öffnet.
Tommy Hilfiger wendet sich mit seinem Konzept des digitalen Showrooms eher an den B2B-Kunden und den internen Vertrieb. Im Headquarter in Amsterdam können Einkäufer in einer Art digitalem Konferenzraum auf großen Displays die aktuellen Kollektionen anschauen, erhalten Details zu den Kollektionen und können schließlich Kollektionsteile ordern. Das digitale Showroom-Konzept ist dank des Touchscreens nicht nur interaktiv sondern bietet auch für Tommy Hilfiger einige Effizienzvorteile, da ein weiteres Einpflegen von Bestellungen obsolet wird und sich Bestände automatisch aktualisieren.
Ein weiteres gelungenes Beispiel für den Einsatz der digitalen Technologie im Handel liefert Nordstrom. Die amerikanische Kaufhaus- und Versandhauskette Nordstrom setzt seit 2011 mobile POS-Geräte ein, um seinen Kunden ein unkompliziertes Einkaufen in der Filiale ohne Anstehen an der Kasse zu ermöglichen. Ein gelungener Einsatz digitaler Technologien, der mit einer Umsatzsteigerung von 15% einher ging.

Durch das Angebot von digitalen, interaktiven Inhalten wird das Markenerlebnis deutlich gesteigert. Kunden können auf diesem Weg Kontakt mit der Marke aufnehmen, auch wenn sie sich in dem Moment gerade nicht in der Nähe einer Filiale befinden in welcher die Marke verkauft wird. Ein konsistentes und in sich stimmiges Markenerlebnis sollte das Ziel sein. Dies wird immer wichtiger, wenn man erfolgreiches Multi Channel Marketing betreiben möchte und offline und online-Kanäle zusammenbringen möchte. 
In vielen Fällen stellen die Maßnahmen derzeit oft reine Marketing-Initiativen dar und sollen helfen, die Marke als Solche innovativ zu präsentieren. Aber wenn sich damit ein wirklicher Nutzen verbinden lässt, werden digitale Touchpoints für die Verknüpfung von traditionellem Filialgeschäft und eCommerce umso interessanter.
Inwiefern sich der Einsatz positiv auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis, also den Return On Investment (ROI) des jeweiligen Händlers auswirkt ist daher stets zu prüfen. Geplante Maßnahmen und Aktionen sollten erst einmal in kleinem Rahmen getestet werden, bevor Sie den Weg in die breite Öffentlichkeit finden. 

Links:
SOCCX Living Lookbook
Tommy Hilfiger - digitaler Showroom
Nordstrom - mobile Point Of Sale

Photocredit: Real Spirit Design by Green Room Retail